Löse- und Verdünnungsmittel

Experimentelle Bildgestaltung

Wasser

Das bekannteste und bei weitem verbreitetste Lösemittel ist das Wasser.
Wasser kommt in reiner Form praktisch nicht vor, selbst Trinkwasser aus dem Leitungsnetz enthält gelöste Substanzen wie Kohlensäure, Kalk, Salze oder Eisen. Dies kann bei maltechnischer Verwendung zu Ausflockungen führen1 deshalb sollte man destilliertes Wasser benutzen.


Vegetabile ätherische Öle

Flüchtige Öle verdunsten ohne oder fast ohne Rückstände. Obwohl sie also aus der Malschicht fast völlig wieder verschwinden haben sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Beschaffenheit andersartige Einflüsse, die sich günstig oder ungünstig auswirken können

Terpentinöl

Das beste Terpentinöl kommt von den französischen Seestrandkiefern. Das Terpentinöl wird unter mehrmaliger Dampfdestilation gewonnen (rektifizieren), um ein möglichst reines Destillat zu gewinnen.
Trotzdem gehen harzige und andere Bestandteile mit über, die zu Zersetzungserscheinungen führen können.

Terpentinöle zählen zu den ungesättigten Kohlenwasserstoffen, d.h. sie nehmen Luftsauerstoff auf und verderben dadurch mit der Zeit, wobei auch Lichteinfluß beteiligt ist.


Mineralische, flüchtige Öle

Testbenzin (Terpentinersatz)

Testbenzine werden heute in großen Hydrieranlagen direkt aus Steinkohle destilliert.

Im Gegensatz zu Terpentinöl ist Testbenzin ein gesättigter Kohlenwasserstoff. Das bedeutet, daß Testbenzin keinen aufgenommenen Luftsauerstoff an oxydierende Öle abgeben kann und deshalb keine trocknungsbeschleunigende Wirkung hat. Deshalb werden langsam-trocknende Malmittel mit Testbenzin angesetzt, schnelltrocknende mit Terpentinöl.

Im Gegensatz zu Terpentinöl ist Testbenzin recht gut lagerfähig.


Alkohol

In der Praxis genügt meist der vergällte (ungenießbar gemachte) Brennspiritus. Er findet vorwiegend zum Lösen von Harzen Verwendung, in starker Verdünnung als Fixativ.
Sein Siedepunkt liegt bei 78°C.


Aceton

Aceton ist ein besonders starkes Lösemittel.
Alle Oxydationsprodukte fetter Öle, sowie Harzüberzüge, sogar Nitrozelluloselacke werden davon gelöst und alle Spuren von Fett beseitigt.
Auf Wachse wirkt Aceton nicht lösend.
Seine starke Lösekraft wird in der Regel durch Zugaben an Testbenzin reguliert, mit dem es in jedem Verhältnis mischbar ist.
Der Siedepunkt liegt bei 56°C.


Athyläther

Im Drogenhandel kurz Äther genannt, ist seine Lösekraft geringer als die von Aceton, wirkt aber auch auf Wachse.
Er verdunstet rasch und entwickelt hochexplosive, narkotisierende Dämpfe. Äther ist mit allen organischen Lösemitteln mischbar und wird hauptsächlich zur Bereitung von Fixativ benutzt.

Siedepunkt: 34°C.


Trichloräthylen

Ein besonders starkes Lösemittel für bereits zu Linoxyn erhärtete Ölfilme.
Trichloräthylen ist nicht brennbar, jedoch sind die Dämpfe aller Chlorverbindungen giftig und Trichloräthylen wirkt schädigend auf die Haut.
Selbst Gummihandschuhe bieten keinen Schutz; sie werden schnell angegriffen.
Handelsübliche Ölfarbenentferner enthalten oft Trichloräthylen.

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