Bindemittel

Experimentelle Bildgestaltung - Bindemittel

Eigentlich sind die Bindemittel ein notwendiges Übel, weil sie in den meisten Fällen die Wirkung der Pigmente beeinflussen und physikalisch-chemische Veränderungen durchlaufen können, die die Wirkung der Malerei arg in Mitleidenschaft ziehen können.
Jedoch besteht die Notwendigkeit, die Pigmentteilchen untereinander und auf dem Malgrund zu fixieren. Lenbach soll einmal, etwas simpel, aber treffend, gesagt haben: „Man kann mit allem malen, was pappt."

Wir unterscheiden einteilige, zweiteilige und mehrteilige Bindemittel.

Einteilige Bindemittel trocknen und erhärten durch chemische Umsetzung. Hier verdunstet nichts, sondern durch innere chemische Umsetzung entsteht ein neuer Stoff.
Leinöl z.B. bildet mit dem Sauerstoff der Luft das Linoxyn, eine völlig andere Substanz, die zunächst einen elastischen, später versprödenden, festen Film bildet, der sich nach dem Erhärten nicht mehr mit Terpentinöl lösen läßt.
Einteilige Bindemittel sind alle gebräuchlichen fetten Öle und Wachse. In der Praxis werden solche Produkte notwendigerweise mit einem geeigneten Lösemittel verdünnt, so daß der Übergang zu den zweiteiligen Bindemitteln an dieser Stelle fließend wird.


Zweiteilige Bindemittel:
Ein fester, körperhafter Bindestoff, z.B. Leim oder Harz muß zunächst mit einem geeigneten Lösemittel gelöst werden, um ihn mit den Pigmentteilchen vermengen zu können.
Eine solche Leim- oder Harzlösung trocknet und härtet durch die Verdunstung des Lösemittels, welches aus dem System restlos wieder verschwindet.


Mehrteilige Bindemittel bestehen aus Mischungen von ein- und zweiteiligen Bindemitteln, wie z.B. die im Handel erhältlichen Malmittel als Mischung von fetten Ölen(einteilig) und Harzlösungen (zweiteilig)

Es besteht auch die Möglichkeit, wäßrige und nichtwäßrige Bindemittel zu emulgieren (Temperafarbe).

Eine weitere wichtige Gruppe sind die modernen Kunstharzdispersionen.
Anstelle von Ölen enthalten sie winzige Kunststoffteilchen, die in der wäßrigen Phase dispergiert sind. Nach dem Verdunsten des Wassers bleibt das Kunstharz (z.B. Acrylat) als wasserunlöslicher Film zurück.

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